Arbeiten in Skandinavien

Grammatikalische Grundregeln

Da wir nun schon einmal festgehalten haben, dass Finnisch eine schwierige Sprache ist, kann der Schock nicht viel größer werden. Nur der Vollständigkeit halber: Die 15 Fälle sind Nominativ, Akkusativ, Genitiv, Essiv, Partitiv, Translativ, Inessiv, Elativ, Illativ, Adessiv, Ablativ, Allativ, Abessiv, Kommitativ und Instruktiv.

Die Endungen, die Wortbeziehungen, Beschreibungen oder Bedeutungserweiterungen darstellen, werden als Suffixe an das Substantiv angehängt, der Sprachbau ist also agglutinierend (=zusammenklebend). Deshalb gibt es auch so viele lange finnische Wörter. Wofür der Deutsche einen ganzen Satz verwendet, benötigt der Finne teilweise nur ein, wenn auch langes, Wort.

Da die letzte Silbe im Finnischen nicht betont wird, kann der Wortanfang kräftig prononciert werden, um das Ende des Wortes, und damit die Suffixe, in einer abfallenden Lautstärke auszusprechen. Das machen die Finne genauso, es gibt also keine Grund selber deutlicher zu sprechen, vor allem wenn dabei aller Wahrscheinlichkeit nach Fehler auftreten würden.

Die Vokalharmonie legt fest, dass in einem Wort nur Vokale entweder aus der Gruppe a, o und u oder aus ä, ö und y verwendet werden dürfen, denn nur diese ‚harmonieren’ miteinander. Die Vokale e und i sind hingegen neutral und können mit allen anderen Vokalen kombiniert werden.

Viele finnische Wörter sind aus anderen Sprachen, vor allem dem Schwedischen und Englischen übernommen, und an die finnisch Sprache angepasst worden. Aus Scanner wird so zum Beispiel skanneri. Aber nicht verzweifeln, mit Geduld, Übung und Verbissenheit, kann auch Finnisch erlernt werden. (Zur Not sprechen die meisten Finne auch hervorragend Englisch.)