Mehr als 75 % des Landes sind von ausgedehnten, größtenteils borealen Nadelwäldern der Taiga überwachsen. Dies macht aus Finnland die waldreichste Region Europas. Schon im 19. Jahrhundert wurden Gesetze erlassen, welche die Abforstung von Wäldern limitierten und eine regelmäßige Aufforstung verlangten. Ein weiteres Zehntel des Landes ist von Seen, Flüssen und Mooren bedeckt (Finnland heißt in der Landessprache Suomi, Sumpfland), die sich auflockernd unter die Wälder mischen. Die letzte Zählung ergab 187.888 Seen. An den Grenzen zur Ostsee bildet dieses Zusammenspiel zwischen Wald und Wasser die Schärenküste, vor der fast 100.000 kleine Inseln liegen.
Durch die vielen Buchten der Küste erstreckt sich das gesamte Ufer auf eine Länge, die jedem Finnen 33 m Küstenabschnitt zugesteht.
Die Seenbecken entstanden während der Eiszeit durch die Bewegung der Gletscher. Diese schliffen auch die heute noch so vorzufindenden Felsen glatt und hinterließen eine flache Hügellandschaft.
Der Umgebung entsprechend leben in Finnland vor allem Waldtiere, aber auch einige seltenere, in anderen europäischen Gefilden nicht anzutreffende Tiere wie der Vielfraß, das Flughörnchen, Braunbären, Elche (etwa 100.000), Rentiere (etwa 200.000, teilweise halbdomestiziert), Luchse und Wölfe.
Auch leben in Finnland mal mehr, mal weniger Lemminge: Jene Tiere, denen nachgesagt wird, dass sie sich, den Freitod wählend, die Klippen hinunterstürzen, was sie in Wirklichkeit aber nicht tun. Etwa alle 30 Jahre steigt die Lemming-Population um ein Zigfaches ihres eigentlich Vorkommens, wahrscheinlich in Zeiten, in denen ihre natürlichen Feinde seltener sind. Dann können Spaziergänger ihnen oftmals begegnen, wenn sich die Lemminge unbefangen auf den Wegen rumtreiben.
Rings um die Seen tummeln sich sehr gerne Mücken. Wanderer, die dort unterwegs sind, werden sich freuen zu hören, dass es nur fünf der 50 existierenden Mückenarten auf Menschen abgesehen haben. Bei der nicht zu übertreffenden Mückendichte wundert es nicht, dass es ein Finne ist, der den Weltrekord im Mücken Totschlagen hält. Er schaffte 21 Mücken in fünf Minuten.
Von Oktober bis Januar, während der Polarnacht, fällt in den meisten Jahren die bleibende Schneedecke, die bis März oder Mai die Landschaft schmückt. Trotzdem liegen die Jahresdurchschnittstemperaturen im Süden bei 5°C, im Norden bei –2°C. In den nordöstlichen Teilen Finnlands können die Temperaturen im Winter vereinzelt auch unter -40°C fallen. Die kälteste Temperatur, die dort jemals gemessen wurde, betrug –50,4°C. Die Sommer lassen sich aber, abgesehen von der Mitternachtssonne, durchaus mit deutschen Sommern vergleichen. Gerade im Süden sind Temperaturen um 20°C gewöhnlich.
Trotz seiner Lage zwischen dem 60. und 70. Breitengrad ist das Klima in Finnland milder als in vergleichbaren Breitengraden. Die wärmenden Luftströme werden durch den Golfstrom auch über die Ostsee hinaus bis in diese Teile des nördlichen Europas geschickt.